Die Bildungs- und Gedenkstätte an der Max-Leven-Gasse erzählt die ereignisreiche Geschichte der Solinger Arbeiterbewegung vom „Roten Solingen“ der Weimarer Jahre über die NS-Zeit 1933-1945 bis in die Nachkriegszeit.
Die Ausstellung befindet sich an dem historischen Ort der Ermordung Max Levens in der Pogromnacht 1938. Der jüdische Kommunist lebte und arbeitete hier unter anderem als Kulturredakteur der „Bergischen Arbeiterstimme“.
Über 200 Biografietafeln zeugen von Schicksalen aus allen Gruppen von NS-Opfern, verfolgen aber auch den Werdegang der Täter und bilden so Alltag, Verfolgung und Widerstand in der NS-Diktatur ab. Wie sich die Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte in der Nachkriegszeit entwickelte, wird über Interviewausschnitte mit Zeitzeug:innen deutlich.
Neben der Solinger Arbeiterbewegung ist die vielfältige Lokalpresse des Kaiserreichs und der Weimarer Republik Schwerpunktthema der Ausstellung. Die Rolle der Presse wird anhand der Berichterstattung über den Solinger Brandanschlag 1993 wieder aufgegriffen. Zitate von Zeitzeug:innen stellen gesellschaftsrelevante Fragen mit Gegenwartsbezug. Die Ausstellung verknüpft so die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts mit den Geschehnissen in Solingen.