UNVERRÜCKBARE STERNE – Lyrik und Prosa von Sylvia Plath
„Ein Gott zu sein, jedes Leben zu sein, bevor wir sterben … und die Leben anderer kennenlernen und sie in gedruckte Welten verwandeln, die wie Planeten in den Köpfen anderer Menschen kreisen.“
Diesen Wunsch formulierte die Schriftstellerin Sylvia Plath am 4. Januar 1958 in ihrem Tagebuch. Er hat sich erfüllt. In ihrem literarischen Werk atmet das Universum.
Dies tut es auch in den Bildern der Malerin Simone Lucas. Hier berühren sich Raum und Zeit, treffen Vergangenheit und Gegenwart aufeinander. Alles webt am großen Geheimnis und ist Teil der Weltformel. Die Gestirne ebenso, wie die Schnecke, der Fliegenpilz oder ein Schwan in einem Damenkleid.
Für die Finissage ihrer Ausstellung „Another Paradise“ hat sich die Malerin Simone Lucas die Autorin Sylvia Plath gewünscht.
Die Schauspielerin Claudia Gahrke präsentiert eine literarische Auswahl aus dem Werk der großartigen Schriftstellerin.
Finissage der Ausstellung: Do. 12. November 2026 um 19.00 Uhr – Pay what you want!
ANOTHER PARADISE ... in der Evangelischen Stadtkirche Mitte
In diesem Jahr widmet der Solinger Kunstverein zusammen mit der evangelischen Stadtkirchengemeinde der Künstlerin Simone Lucas eine Einzelausstellung. In Neuss lebend und arbeitend, zeigt sie ihre Werke national wie international. Bereits 2010 war sie Teilnehmerin der 64. Bergischen Kunstausstellung im Solinger Kunstmuseum.
In ihren großformatigen Gemälden begibt sich Simone Lucas auf eine stille Suche nach Identität, Wahrheit und den verborgenen Ebenen des Sehens. Formen, Farbflächen und Linien fügen sich zu offenen Bildräumen, aus denen Menschen, Kinder, Tiere, Gegenstände und Landschaften in schwebenden Perspektiven hervortreten. Vergangenheit und Gegenwart, Persönliches und Globales verweben sich zu vielschichtigen Kompositionen. Eine zurückhaltende Farbwelt öffnet dabei den Blick auf die leisen, verborgenen Aspekte ihrer Persönlichkeit und Lebensrealität.
Simone Lucas wurde 1973 in Neuss geboren und studierte von 1995 bis 2002 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Dieter Krieg. Ihre Werke sind heute in zahlreichen Sammlungen im In- und Ausland vertreten. Weitere Informationen unter: simonelucas.de.
Die Ausstellung vereint figurative Malereien von Simone Lucas und stellt ihre Auseinandersetzung mit der Darstellung von Mikro- und Makrokosmos in den Mittelpunkt. In ihren Arbeiten führt die Künstlerin die Tradition der Naiven Malerei und der Neuen Sachlichkeit in zeitgenössischer Form fort. Dabei untersucht sie das Verhältnis von Welt und Mensch aus unterschiedlichen Perspektiven – von außen und von innen, zwischen Weite und Detail.
In ihren Bildkosmen spiegeln sich sowohl scheinbare Alltagsrealitäten als auch poetische und märchenhafte Welten wider, die sich zwischen wissenschaftlicher Präzision und magischer Überhöhung bewegen. Viele ihrer Bilder zeigen märchenhafte Momente und wirken wie Blicke in eine Vergangenheit, die zugleich idyllisch erscheint und doch Fragen aufwirft: Ist sie Zuflucht, verlorenes Paradies oder vielleicht ein Irrweg der Evolution? Die Szenen scheinen fasziniert von der Vergangenheit – oder vielmehr von einer Traumwelt jenseits der Gegenwart.
Bisweilen setzt Lucas auch vielschichtige Ateliersituationen ins Bild, die bewusst irritierend und kaum glaubwürdig wirken. Doch ob man glaubt, was sie malt, spielt keine Rolle. Ihre Werke sind Fantasien – Träume, die stärker aus dem Inneren als aus der äußeren Realität gespeist sind.
Simone Lucas erschafft mystische und geheimnisvolle Bildwelten, die Erinnerungen und Assoziationen hervorrufen, mit der realen Welt jedoch nur lose verbunden sind. Die Protagonisten sind meist junge Frauen und Kinder auf der Schwelle zum Erwachsenwerden. Sie bewegen sich durch zeit- und raumlose Szenerien, ohne den Betrachter anzusehen oder wahrzunehmen. Teil eines eigenen Kosmos, agieren sie lautlos und doch selbstverständlich.
Wir begegnen ihnen an Orten, die an Klassenzimmer, Wohnräume oder Straßenszenen erinnern. Häufig sind sie in Gedanken versunken oder kritzeln Worte und Zeichnungen auf Schultafeln, Böden oder Notizzettel. Doch diese scheinbar beiläufigen Gesten verweisen keineswegs auf naive oder kindliche Ideen. Vielmehr formulieren sie komplexe kosmologische Überlegungen, sichtbar in Darstellungen von Sonnensystemen und Sternbildern – Spuren einer Suche nach Ordnung und Bedeutung im Universum.
Der Solinger Kunstverein setzt sich seit seiner Gründung 1989 für künstlerische Positionen ein, die im kulturellen Leben der Stadt eher nicht vertreten sind.
Im Oktober 2024 wurde der Solinger Kunstverein vom LVR mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet. (Kunst- und Kulturinteressierte, die sich einbringen möchten, sind im Solinger Kunstverein immer willkommen.)
Im Rahmen der Ausstellung werden thematisch passende Lesungen und Konzerte stattfinden.