Von Compagnie Focus und Compagnie Chaliwaté (Belgien)
Ein kleiner bürgerlicher Salon, eine Kaffeekanne auf dem Tisch und eine Familie, die fest entschlossen ist, ihre Sonntagsroutine zu pflegen – während draußen die Welt buchstäblich aus den Fugen gerät. In „Dimanche“ erleben wir das Ende der Welt als bittersüße, visuelle Komödie. Während die Wände beben und sintflutartiger Regen gegen die Fenster peitscht, versuchen die Protagonisten mit absurder Hartnäckigkeit, den Schein der Normalität zu wahren. Parallel dazu dokumentieren drei Naturreporter mit letzter Kraft das Verschwinden der Tierwelt.
Diese Inszenierung ist ein meisterhaftes Porträt menschlicher Ignoranz und zugleich eine zärtliche Hommage an unseren Einfallsreichtum im Angesicht des Chaos. In der Sparte „Neuer Zirkus“ besticht „Dimanche“ durch eine einzigartige Mixtur aus Objekttheater, Puppenspiel, Video und präziser, trockener Pantomime. Mit genial einfachen Mitteln, von Miniaturfahrzeugen bis hin zu Lo-Fi-Effekten, wird eine filmische Erzählweise auf die Bühne projiziert, die ohne ein einziges Wort auskommt und dennoch universelle gesellschaftliche Themen berührt.