»Nachher ist es immer leicht zu wissen, wie man sich hätte verhalten sollen, abgesehen davon, dass ich, was meine Person betrifft, wirklich nicht weiß, warum ich mich hätte anders verhalten sollen. Was hat unsereins eigentlich getan? Überhaupt nichts.«
In Andorra, wo noch alles in Ordnung scheint, verliebt sich Andri, vermeintlich jüdisches Pflegekind des Lehrers, in Barblin. Nach und nach kippt jedoch die Stimmung im Ort und Andri bekommt den wachsenden Antisemitismus der Andorraner zu spüren, obwohl er in Wahrheit eigentlich der leibliche Sohn des Lehrers und nicht jüdisch ist. Dann wird Andorra über Nacht von »den Schwarzen « überfallen, die am nächsten Tag eine »Judenschau« abhalten:
Jeder, der kein Jude sei, hätte nichts zu befürchten. Andri wird dabei fälschlicherweise als Jude »erkannt«. Die Andorraner sehen sich in ihren Vorurteilen bestätigt und auch Andri hat die ihm zugeschriebene Identität bereits so sehr verinnerlicht, dass er sich selbst in höchster Gefahr nicht mehr davon lösen kann …
›Andorra‹ ist bei Frisch weniger ein Ort als mehr ein Modell: Es zeigt den Prozess, wie sich eine Gesellschaft aufgrund der vermeintlichen Angst von dem Fremden verändert. Abgehandelt wird dies an der Figur des jungen Andri, den sein Umfeld so lange in die Rolle des Außenseiters drängt, bis er sein vermeintliches Anderssein als Schicksal annimmt. Eine mögliche Mitschuld an Andris Tod streiten die anderen Figuren im Anschluss ab.
Schulvorstellungen für die Spielzeit 2026/27 sind ab Mo. 7. September 2026 per
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